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Farbe am Arbeitsplatz

Warum sollten Sie sich über die farbige Gestaltung von Arbeitsplätzen Gedanken machen?

1. Aufenthaltsqualität

Mitarbeiter, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen, arbeiten zuverlässiger und engagierter als Mitarbeiter, die sich mit ihrem Arbeitsplatz nicht recht anfreunden können, weil er reizlos, anonym oder ablenkend wirkt.
Für Farbenplaner erschöpft sich die Aufenthaltsqualität eines Raums darum nicht in physikalischen Größen wie Grundfläche pro Nutzer, Raumhöhe, Temperatur, Luftfeuchte, Lichtmenge, Lärmpegel, Hall und so weiter. Aufenthaltsqualität muss auch das Bedürfnis nach „Behaglichkeit“ einschließen. Es geht dabei um
- das positive Empfinden (Gestimmtsein) der eigenen Körperlichkeit,
- die Freude an der visuellen Exploration und Teilhabe,
- den sinnvollen Umgang mit Aufmerksamkeit.
Um das zu erreichen, kombinieren wir unterschiedliche Farbtongruppen zum Erzeugen einer als natürlich empfundenen Lichtstimmung oder auch Farbdynamik, und nutzen alle Möglichkeiten der Kontrastbildung (flächig - linear, intensiv - zurückgenommen, hell - dunkel und andere), um sinnvolle Blickbewegungen zu unterstützen.

Besprechungsraum

Besprechungsraum

Kaffee-Ecke

Kaffee-Ecke

Kantine

Kantine

Büro

Büro

2. Ergonomie

Die Ergonomie als Lehre optimierter Arbeitsabläufe misst dem visuellen Umfeld eine entscheidende Bedeutung zu. Damit ist nicht nur die gesetzlich vorgeschriebene Leuchtdichte an einem Arbeitsplatz, das Vermeiden starker Blendkontraste oder das intuitiv verstehbare Design einer Bildschirmoberfläche gemeint. Auf physiologischer Ebene gilt es, im Gesichtsfeld eine Balance von Anregung (positivem Stress) und Ausgleich (Entspannung) zu schaffen. Das gilt sowohl für den einzelnen Arbeitsplatz als auch für die Raumfolge im Gebäude.
Nicht nur die physiologisch notwendige Rhythmisierung berücksichtigen wir in unseren Farbkonzepten. Wir legen ebenso Wert auf die visuell nachvollziehbare Gliederung von Arbeitsabläufen, auf gute Erkennbarkeit, Arbeitssicherheit, Kontrastausgleich, Millieuwechsel und anderes. (In den Kapiteln „Aufenthaltsqualität“, „Raumfunktionen“ und „Arbeitslandschaften“  im Buch  „Farbgestaltung Innenraum“ führen wir diese Thematik systematisch aus.)

Rendering: Farbentwurf Behandlungsraum (Kleintierklinik)

Rendering: Farbentwurf Behandlungsraum (Kleintierklinik)

Rendering: Farbentwurf für ein kleines Büro mit Nordausrichtung

Rendering: Farbentwurf für ein kleines Büro mit Nordausrichtung

Rendering: Büro (3 Arbeitsplätze), vornehm-elegante Farbstimmung

Rendering: Büro (3 Arbeitsplätze), vornehm-elegante Farbstimmung

3. Keine Farbe ohne Licht!

Wir stimmen die Wand- und Bodenfarben sowie die Farbigkeit der Möbeloberflächen auf die jeweilige Lichtqualität, die im Raum zu erwarten ist, ab. Denn die Lichtqualität hat entscheidenden Einfluss auf die Farbwiedergabe.

Bild links: In der linearen Zeichnung werden die Körperfarben unschattiert und „wie sie sind“ dargestellt.
Bild mitte: Die Simulation des Tageslichts dekliniert das Aussehen der Körperfarben in Richtung Licht und Schatten. Auch wenn das Bild nicht mehr exakt die Farben aus dem Farbfächer zeigt, sondern aufgehellte und vergraute Varianten, stimmt die farbige Erscheinung weitgehend mit den Originalmustern überein.
Bild rechts: Die Simulation künstlicher Beleuchtung (im unserem Beispiel Trilux  3621, Lichtstärke 4000 lm, Farbtemperatur 5000° K) verändert das Bild deutlich. Insbesondere die Blauanteile im Bodenbelag werden durch die Komplementärwirkung der Lichtfarbe geschluckt und sind nicht mehr zu erkennen. Anhand des Renderings wird deutlich: Entweder muss das Farbkonzept (Wände, Teppich) oder das Leuchtmittel geändert werden!

4. Individualisierung

Zeigen Sie durch professionell ausgearbeitete individualisierte Farbumgebungen, dass Sie Interesse an Ihren Mitarbeitern haben und dass Ihnen ein angenehmes Arbeitsklima am Herzen liegt! Derartige Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung stehen im direkten Zusammenhang mit Motivation und Leistungsbereitschaft.